Emmausgemeinde Neuried

Die Geschichte des Zusammenschlusses - und wie das 2011 alles war

Die drei Gemeinden Dundenheim, Ichenheim und Schutterzell arbeiteten schon vor 2011 über zehn Jahren eng zusammen. Ein Pfarramt gab es ohnehin schon „immer“ für die beiden Kirchengemeinden Dundenheim und Ichenheim und seit 2001 auch mit Schutterzell zusammen.
Insofern war die Vereinigung logischer und leichter Schritt.
Seit vielen Jahren wurden die Kirchengemeinderatssitzungen gemeinsam für alle übergreifende Angelegenheiten abgehalten, für die ortsgebundenen Themen gab es gesonderte Sitzungen. Und so stellten die Gemeindeverantwortlichen bei den jährlichen Wochenenden der Kirchengemeinderäte in Nonnenweier fest, dass die Mehrheit der Arbeitsbereiche bereits gemeinsam gestaltet und verantwortet wurde. Vor allem was die inhaltliche Arbeit angeht, wie: Frauenarbeit, Konfirmandenunterricht, Seniorenarbeit, Kinder- und Jugendarbeit, Partnerschaft mit Lögow, Erwachsenenarbeit, Team für  besondere Gottesdienste, Ökumenische Gottesdienste und Aktivitäten, Sozialstation, Gemeindebrief, Pfarrdienst und Pfarramt.
Getrennte Bereiche waren vor 2011:
- die Kindergärten in Dundenheim und Ichenheim,
- die Kirchenchöre,
- Kindergottesdienst,
- Krankenpflegevereine,
- Krabbelgruppen,
- die Gottesdienste,
um einige zu nennen. Diese blieben auch tatsächlich nach dem Zusammenschluss noch einige Zeit bestehen.
Der ursprüngliche Gedanke, weiterhin in jeder der drei Kirchen wie gehabt Gottesdienste stattfinden zu lassen, konnte bis zur "Corona-Zeit" 2020 aufrecht erhalten werden. Es hatte sich herausgestellt, dass bei den gemeinsamen Gottesdiensten der „Sprung“ von einem Ort zum anderen doch sehr groß war.
Es ging darum, die geschichtlich gewachsene Arbeit weiter zu führen und auf keinen Fall durch die Vereinigung zu beschädigen, sondern, wo es möglich ist, zu stärken. Die Verwaltung aller materiellen, finanziellen und rechtlichen Angelegenheiten hatte bis 2011 das Pfarramt in Ichenheim wahr genommen, aber stets getrennt nach Kirchengemeinde; d.h.
- die Verwaltung der verschiedenen Gebäude,
- und vor allem die Haushaltsplanung und -verwaltung,
- die rechtlichen Vorgänge
wurden getrennt durchgeführt. Das war für ein kleines Pfarramt ein enormer Aufwand, da es personell und finanziell sehr begrenzt war und ist. Und das bei steigenden Anforderungen in der Verwaltung, die auch innerkirchlich in den letzten Jahrzehnten stark und ohne Rücksicht auf die personellen Möglichkeiten angewachsen sind.
Vom Zusammenschluss versprach man sich Vereinfachung in vielen Bereichen. Gleichzeitig wollte man  darauf achten, jeden Ort, gerade im Hinblick auf seine Gebäude – die drei Kirchen, die zwei Gemeindehäuser, das Pfarrhaus – nicht zu benachteiligen. Deswegen wurde in die Vereinbarungen zum Zusammenschluss eine Klausel eingefügt, die die angesparten Rücklagen an die jeweiligen Orte und Gebäude bindet. Das als ein kleiner Überblick über die verschiedenen Aspekt und Elemente der Vereinigung.
Wie ging denn nun der Prozess der Vereinigung vor sich?
In den Jahren haben vor 2011 machten sich die Kirchengemeinderäte regelmäßig Gedanken, wie von Seiten der Kirchengemeinderäte die Gemeindearbeit weiter entwickelt werden könnte. Zum Nonnenweier-Wochenende Anfang 2010 wurde daraufhin der damals zuständige Fachmann vom Oberkirchenrat, Herrn Augenstein, eingeladen. Aus den Diskussionen über Ideen für die zukünftige Arbeit, einschließlich der personellen und finanziellen Gesichtspunkte, entstand der Gedanke, sich mit dem Zusammenschluss der drei Gemeinden zu befassen. Sicherlich spielten dabei finanzielle Gesichtspunkte eine Rolle: sehr kleine Gemeinden wie Schutterzell und Dundenheim liefen große Gefahr, in ihren Haushalten ins Defizit zu geraten können.
 
In jenem Januar 2010 beschlossen die drei Kirchengemeinderäte, sich in den nächsten Monaten intensiv mit der Idee zu befassen und ein Konzept auszuarbeiten. Dazu holten sie sich mehrfach Beratung von der Kirchenleitung und vom Dekanat (Dekan Rainer Becker), um konkrete Vorschläge für eine Fusion vorzulegen und auch um zu moderieren. Denn es war und ist keine einfache Sache, Eigenständigkeit aufzugeben, die historisch gewachsen ist und oft unter erheblichen (religiösen, finanziellen, materiellen) Opfern gehalten worden ist. Wichtig war alle Vorgänge in Gemeindeversammlungen und während anderer Aktivitäten vorzustellen und zu diskutieren. Und es wurde diskutiert - auch heftig, manchmal gestritten darüber, was der beste Weg für die Gemeinden ist. Und das war gut so. Ganz im Sinne des  Protestantismus sollte nicht eine obrigkeitsgehorsame Entscheidung gefällt, sondern in aller  Gegensätzlichkeit ein Konsens gesucht und gefunden werden.
 
Ein Gesetzestext und Ausführungsbestimmungen (Vereinbarungen) wurden formuliert und ein Name gesucht und gefunden und Ende März 2011 der Kirchenleitung vorgelegt. Diese hatte alles bei der Synode der Landeskirche im Oktober 2011 vorgelegen und die Vereinigung wurde dort beschlossen.
Seit dem 1. Januar 2012 gibt es die vereinigte Evangelische Emmausgemeinde Neuried.